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GLANZSTÜCKE:
Van Cleef & Arpels High Jewelry × Masterpieces from the MAK Collection
Von 10. Juni 2026 bis 27. September 2026
Wien, Österreich
GLANZSTÜCKE:
Van Cleef & Arpels High Jewelry × Masterpieces from the MAK Collection
MAK Ausstellungshalle
Die Ausstellung GLANZSTÜCKE: Van Cleef & Arpels High Jewelry × Masterpieces from the MAK Collection schafft einen Dialog zwischen seltenen Objekten aus dem MAK und der Schmuckkunst von Van Cleef & Arpels.
Collier Zip, 1955
Verwandelbar in ein Armband
Gelbgold, Platin, Smaragde, Diamanten
Sammlung Van Cleef & Arpels
Mehr als 500 Objekte aus dieser einzigartigen Zusammenarbeit sind auf sechs Kapitel verteilt: Wanderlust, Architektur, Rhythmisches Design, Auf der Bühne, Metamorphosen sowie Natur und Kosmos. Die vom Atelier Tsuyoshi Tane Architects (ATTA) konzipierte Inszenierung greift diese Themen in Form eines Labyrinths auf und führt die Besucher:innen durch diesen Dialog, der überraschende Parallelen zutage gefördert hat.
Wanderlust
Wanderlust
Der Rundgang beginnt mit von Reisen inspirierten Objekten. Sowohl Van Cleef & Arpels als auch das MAK Museum blicken auf eine lange Tradition der Inspiration durch Reisen und vielfältige Kulturen zurück. Die Kreationen von Van Cleef & Arpels haben sich seit 1906 vom Varuna Yachtmodell und Einflüssen der Grand Tour hin zu Art-déco-Japanismus, Orientalismus, ägyptischen Motiven und später zu Designs mit Ortsnamen sowie zu einer Verschmelzung mittelalterlicher und orientalischer Themen entwickelt. Ebenso baute das zur Förderung der dekorativen Künste gegründete MAK eine umfangreiche internationale Sammlung auf, deren Schwerpunkt insbesondere auf dem Nahen Osten und Ostasien lag, wobei die Sammlung asiatischer Kunst seit der Wiener Weltausstellung von 1873 erheblich angewachsen ist.
Nachbildung der Yacht Varuna im Miniaturmaßstab, 1906
Gelbgold, Silber, Jaspis, Ebenholz, Emaille
Sammlung Van Cleef & Arpels
Seit den 1920er Jahren und über das ganze Jahrhundert hinweg bis heute hat Asien, darunter das Land der aufgehenden Sonne, die Schöpfer der Maison fasziniert und sie dazu inspiriert, dessen Motive und Symbole zu übernehmen, Techniken und Materialien zu übersetzen und Objekte anzupassen. Die Kosmetikschatulle aus dem Jahr 1924 beispielsweise ist von japanischen Inrō inspiriert, kleinen Dosen, die am Gürtel befestigt werden und als Taschen für Kimonos dienen. Diese Kreation wird einem sechsteiligen Wandschirm aus dem 18. Jahrhundert aus dem MAK gegenübergestellt. Das in Mineralpigmenten und Tusche ausgeführte Gemälde symbolisiert den langsamen Lauf der Zeit und die Jahreszeiten (in diesem Fall den Winter).
Im Jahr 2011 setzte die Maison ihren Weg mit der Haute Joaillerie-Kollektion Bals de Légende™ fort. Unter deren Kreationen erinnert die Halskette Izmir mit ihren leuchtenden Farben an die Architektur nahöstlicher Paläste. Daneben würdigt das Hamzanama aus der MAK Sammlung die Mogulkultur des 16. Jahrhunderts.
Architektur
Architektur
Der nächste Abschnitt namens Architektur lenkt die Aufmerksamkeit der Besucher:innen auf die Schönheit von Strukturen und Bauwerken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Van Cleef & Arpels mit seinen schlichten, geometrischen und funktionalen Entwürfen zu einem wichtigen Bestandteil des Art déco und der Moderne – eine Ästhetik, die bis heute Bestand hat. Gleichzeitig entwickelte die 1903 von Josef Hoffmann und Koloman Moser gegründete Wiener Werkstätte (WW) eine geometrische, architektonisch geprägte Formensprache, um Alltagsgegenständen einen Hauch von Luxus zu verleihen – noch vor dem Art déco und dem Bauhaus. Das MAK verwaltet den umfangreichen Nachlass der Wiener Werkstätte, der ihren bedeutenden Einfluss auf die dekorativen Künste verdeutlicht.
Bei diesen Armbändern kommen die geometrischen Linien dank der Mystery Set™ Technik besonders gut zur Geltung – einer von Van Cleef & Arpels im Jahr 1933 patentierten Innovation, die das Metall auf raffinierte Weise verdeckt. Diesen strukturierten Motiven folgend ist der von Josef Hoffmann entworfene Henkelkorb aus der Wiener Werkstätte aus Zinkblech gefertigt. Lochblech war ein ideales Material für die geometrischen Objekte, die für die Frühphase der Wiener Werkstätte typisch waren und oft an Architektur im Miniaturformat – Hochhäuser, Brücken oder Türme – erinnerten.
Die Gründer der Wiener Werkstätte wollten eine enge Zusammenarbeit zwischen Designern und Handwerkern ermöglichen. Die Punzen auf Koloman Mosers Schatulle belegen, dass drei Silberschmiede – Adolf Erbrich, Eugen Pflaumer und Karl Ponocny – sowie die Malerin Therese Trethan an diesem beeindruckenden Werk mitgewirkt haben.
Die 1933 von der Maison patentierte Minaudière™ ist das Ergebnis einer neuen Ausrichtung auf Funktionalität. Die Besonderheit dieses weiterentwickelten Necessaires liegt in seiner durchdachten Innenaufteilung: Der geöffnete Deckel gibt den Blick auf Fächer zur Aufbewahrung persönlicher Gegenstände wie Puderdose, Uhr, Feuerzeug und Lippenstift frei. Das zurückhaltende und zugleich raffinierte Design der Minaudière von 1935 ist typisch für die Bewegung des Modernismus der 1930er Jahre.
Koloman Moser
Prunkkassette, Wiener Werkstätte, 1906
Silber, Emaille, Holz, Halbedelsteine
MAK
Minaudière, 1935
Styptor, Gelbgold, Silber, Diamanten
Sammlung Van Cleef & Arpels
Rhythmische Designs
Rhythmische Designs
Der Abschnitt Rhythmische Designs konzentriert sich auf geometrische Stoffmuster aus der MAK Sammlung und dynamisch-strukturelle Kreationen von Van Cleef & Arpels.
Die Designs von Van Cleef & Arpels entwickelten sich von Art-Déco-Armbändern mit klassizistischen Friesen und reproduzierbaren Motiven in den 1930er Jahren hin zu repetitiven, illusionistischen Mustern, die von der optischen und kinetischen Kunst der 1960er und 1970er Jahre inspiriert waren. Dieser Entwicklung stehen die rhythmischen, oft von der Natur inspirierten oder abstrakten Stoffmuster der Wiener Werkstätte gegenüber, wie beispielsweise Sirocco und Marina.
In der Zeit des Art Déco präsentierte Van Cleef & Arpels zudem mit Diamanten besetzte Bandeau Armbänder, welche die Vorliebe der Maison für weißen Schmuck in den 1920er Jahren widerspiegeln. Diese Armbänder zeichnen sich durch ihre flexible Struktur sowie ihre stilisierten, sich wiederholenden und einfarbigen Motive aus. Sie verleihen den Kreationen unterschiedliche Volumina und eine gewisse perspektivische Wirkung.
Diese Motive finden ihre Entsprechung in Gustav Klimts Werkzeichnungen für den Stoclet-Fries, die einen unmittelbaren Einblick in den Schaffensprozess des Künstlers gewähren. Die Skizzen veranschaulichen Klimts Bestreben, Kunst, Ornament und Architektur zu einem einzigen Gesamtwerk zu vereinen.
Zum Entdecken bitte wischen
Gustav Klimt
Werkzeichnungen für den Fries im Speisesaal des Palais Stoclet mit dem Thema Erfüllung (Liebespaar), 1908–1911
Bleistift, Pastellkreide, Gouache; Bronze, Silber, Goldpulver
MAK
Auf der Bühne
Auf der Bühne
Seit seiner Gründung im Jahr 1906 konzipiert Van Cleef & Arpels Schmuck und Accessoires für Opern- und Theaterliebhaber unter Berücksichtigung der Etikette sowie insbesondere der damit verbundenen Eleganz. Diese künstlerische Verbindung spiegelt sich auch in der lebendigen Kulturgeschichte Wiens wider, wobei die MAK Sammlung eine Fülle von Exponaten bewahrt, die mit den bekannten Musik-, Theater- und Tanztraditionen der Stadt in Verbindung stehen.
Der moderne Tanz etablierte sich in der österreichischen Hauptstadt als eigenständige Kunstform und spielte im 1907 eröffneten Kabarett Fledermaus eine zentrale Rolle. Das von der Wiener Werkstätte unter der Leitung von Josef Hoffmann gestaltete Avantgarde-Kabarett empfing namhafte Künstler, darunter die Tänzerin Gertrude Barrison. Das erste Programmheft des Kabaretts enthielt eine Illustration von Fritz Zeymer, welche die Anmut der Tänzerin ausdrückt.
Inspiriert von der darstellenden Kunst lancierte die Maison die Clips Danceuse und Fée, die die Leidenschaft für das Ballett und eine traumhafte Welt widerspiegeln. Feen, wie jene auf dem Clip Petite Fée ailée, verkörpern die zauberhafte Welt der Maison.
Die eng mit der Welt des Tanzes, der Oper und des Theaters verbundene Maison stattet seit Jahrzehnten Frauen und Künstlerinnen mit Schmuckstücken und edlen Accessoires aus.
Metamorphosen
Metamorphosen
Das Konzept der Metamorphosen und der Verwandlung ist sowohl in der Schmuckkunst als auch in der angewandten Kunst ein gängiges und beliebtes Thema. Dies zeigt sich deutlich in den innovativen verwandelbaren Kreationen und Trompe-l'œil Designs von Van Cleef & Arpels. Ebenso enthält die MAK Sammlung zahlreiche Objekte, die einer Metamorphose unterworfen sind – von multifunktionalen Stücken bis hin zu historischem, einer neuen Bestimmung zugeführtem Schmuck –, und verdeutlicht damit die künstlerische Entwicklung von Form und Funktion.
Collier Ribbed, 1972–1984, aus der Sammlung Van Cleef & Arpels
Schreibzeug, um 1620, aus dem MAK
Das Collier Ribbed aus dem Jahr 1972 zeugt einmal mehr von der beständigen Vorliebe der Maison für verwandelbaren Schmuck. Die aus gravierten und durch Schleifen aus Gold und Diamanten voneinander getrennten Chrysoprasen-Motiven bestehende Kreation verfügt über abnehmbare Elemente und lässt sich in ein Armband verwandeln. Sie wird einem Schreibzeug aus Elfenbein gegenübergestellt, das vom MAK im Jahr 1892 erworben wurde. Dieses veranschaulicht das Bestreben der frühneuzeitlichen Kuriositätenkabinette, handwerkliche Virtuosität mit ästhetischer Gestaltung zu verbinden. Auf den ersten Blick erinnert die schlanke, turmähnliche Konstruktion an ein Architekturmodell. Erst bei genauerer Betrachtung offenbart sich die eigentliche Funktion des Objekts.
Inspiriert von der Welt der Couture hat Van Cleef & Arpels auch zahlreiche Clips aus Weißgold und Diamanten entworfen, welche die Bewegung und die fließenden Linien von Stoffen und Bändern nachahmen. Der zeitlos elegante und voluminöse Doppel-Clip aus dem Jahr 1937 lässt sich in zwei separate Clips verwandeln. Er wird neben einer Tischdecke aus dem späten 19. Jahrhundert, aus der MAK Sammlung Textilien und Teppiche, ausgestellt, die ein Rautenmuster aus blauen Blumenranken mit Bändern und Schleifen auf weißem Hintergrund aufweist.
Tischdecke
Goodyer’s Artistic Fabrics, England, Ende 19. Jahrhundert
Baumwolle, bedruckt
MAK
Doppel-Clip, 1937
Verwandelbar in zwei Clips
Platin, Osmior, Diamanten
Sammlung Van Cleef & Arpels
Natur & Kosmos
Natur & Kosmos
Die Ausstellung endet mit einer Hommage an die Schönheit der Natur und des Universums. Zentrales Thema ist der anhaltende Einfluss von Flora, Fauna und kosmischen Elementen auf das künstlerische Schaffen. Dies zeigt sich besonders deutlich an den vielfältigen Entwürfen von Van Cleef & Arpels, die von realistischen Blumen über himmlische Motive bis hin zu anthropomorphen Clips reichen. Solche Inspirationen sind auch tief in der angewandten Kunst im weiteren Sinne verwurzelt, wie die umfangreiche MAK Sammlung und historische Artefakte zeigen.
Das in den 1950er Jahren von Van Cleef & Arpels geschaffene Armband Feuille besticht durch ein stilisiertes, geschwungenes Blattmotiv aus mit Saphiren besetztem Gelbgold, wobei die Adern aus mit Diamanten besetztem poliertem Gold oder Platin bestehen. Diese Kreation knüpft an die Tradition der floralen Ikonografie in der französischen Schmuckkunst an und vereinfacht zugleich die natürlichen Formen, die in Schmuckstücken des 18. und 19. Jahrhunderts zu sehen sind.
Das Armband greift das von Martha Alber entworfene Stoffmuster Blätter der Wiener Werkstätte auf. Dieses äußerst beliebte Dessin mit seinen großen Mustern und satten Farben ist Teil einer Kollektion von Kreationen, die von Künstlerinnen für die Stoff- und Modeabteilungen der Wiener Werkstätte geschaffen wurden.
Armband Feuille, 1950
Platin, Gelbgold, Saphire, Diamanten
Ehemalige Sammlung der amerikanischen Society-Dame Marjorie Merriweather Post
Sammlung Van Cleef & Arpels
Stoffmuster Blätter der Wiener Werkstätte (Andruck), 1910–11
Handdruck
MAK
Die von der Maison im Jahr 1933 patentierte Technik des Mystery Set™ hebt die Schönheit der Natur hervor. Der Clip Fleur aus dem Jahr 1938 ist mit Smaragden besetzt, während der Clip Campanule eine Blüte aus Saphiren in Mystery Set präsentiert. Diese bildet einen Kontrast zu den Diamanten und erzeugt ein Wechselspiel der Gegensätze.
Der Kosmos hat die Maison häufig dazu inspiriert, stilisierte Formen von großer Modernität zu schaffen, wie die Armbanduhr Météore aus dem Jahr 1959 beispielhaft zeigt. Sie kombiniert asymmetrische Stränge aus Gelbgold mit Diamanten in der Mitte, während die Kreation Astérisque durch texturiertes Gold die Strahlen und die Bewegung eines funkelnden Sterns vermittelt.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit und eines inspirierenden Austauschs zwischen zwei Institutionen, die durch ihre gemeinsame Begeisterung für herausragendes Design, außergewöhnliche Handwerkskunst und visionäre Ideen verbunden sind.
Die Besucher:innen begeben sich auf Entdeckungsreise durch das gesamte Spektrum der dekorativen Künste.
Praktische Informationen
Ort
Öffnungszeiten
Von 10. Juni bis 27. September 2026
Mittwoch bis Sonntag: 10:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag: 10:00 bis 21:00 Uhr
Eintrittspreis
19 € bis 18 €*
Ermäßigt: 15,50 € bis 14,50 €*
Jeden Dienstag 18:00–21:00 Uhr: Eintritt 9,50 € bis 8,50 €*
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren
*Online-Ticketpreis
Anmeldung hier