Kreationen

Lacquered Butterflies: Die laufende Metamorphose japanischer Traditionen

Vor fünfzig Jahren (1973) eröffnete die 1906 in Frankreich gegründete Maison Van Cleef & Arpels ihre erste Boutique in Japan. Von Anfang an pflegte sie eine besondere Beziehung zur traditionellen japanischen Kunst und Kultur. Auch heute wird dieser Dialog zwischen der dekorativen Kunst aus Frankreich und der uralten japanischen Handwerkskunst weiter fortgesetzt.

 

2004 wurde eines der historischen Motive von Van Cleef & Arpels, der Schmetterling, in einer anderen Form neu interpretiert: in einem lackierten Clip. Das Schmuckstück ging aus einer Zusammenarbeit der Maison mit dem japanischen Künstler Junichi Hakose hervor. In seiner Werkstatt in der Stadt Wajima, Prefektur Ishikawa, verbindet Junichi Hakose das traditionelle Handwerk der Region, Wajima-nuri, mit seiner eigenen Vision der Lackierkunst.

    Lacquered Butterflies, Van Cleef & Arpels.
Clip Lacquered Butterfly Kohakubai AL, 18 Karat Gelbgold, weißes Perlmutt, Lack, Diamanten. Van Cleef & Arpels.
Clip Lacquered Butterfly Hanashobu AT, 18 Karat Gelbgold, weißes Perlmutt, Lack, Diamanten. Van Cleef & Arpels.
Clip Lacquered Butterfly Hanazuicho AS, rhodiniertes 18 Karat Weißgold, graues Perlmutt, Lack, Diamanten. Van Cleef & Arpels.
Clip Lacquered Butterfly Houou AO, rhodiniertes 18 Karat Weißgold, graues Perlmutt, Lack, Diamanten. Van Cleef & Arpels.

Geflügeltes Ballett

Seit seiner Gründung lässt sich Van Cleef & Arpels gerne von der Natur inspirieren. Schmetterlinge symbolisieren eine anmutige und himmlische Natur und begleiten die Maison seit ihrer Gründung. Sie sind stets in Bewegung und fliegen in einem herrlichen Ballett umher, um fröhliche Schmuckstücke zu enthüllen. Verschiedene Edelsteine spiegeln ihren lebendigen und leichtherzigen Zauber wider.

 

Seit über hundert Jahren kreiert Van Cleef & Arpels Schmetterlinge mit filigranen Formen. In einem Flügelaufschlag feiert die Maison die facettenreiche Schönheit solcher Kreaturen.

Clip Twilight, 1998. Gelbgold, Weißgold, Lapislazuli, Diamanten. Sammlung Van Cleef & Arpels.

Clip Twilight, 1998

Gelbgold, Weißgold, Lapislazuli, Diamanten

Sammlung Van Cleef & Arpels

Brosche Beaded Butterfly, 1978. Gelbgold, Weißgold, Roségold, Diamanten. Sammlung Van Cleef & Arpels.

Brosche Beaded Butterfly, 1978

Gelbgold, Weißgold, Roségold, Diamanten

Sammlung Van Cleef & Arpels

Brosche Butterfly, 1975. Gelbgold, gelbe Diamanten, Tigerauge, Diamanten. Sammlung Van Cleef & Arpels.

Brosche Butterfly, 1975

Gelbgold, gelbe Diamanten, Tigerauge, Diamanten

Sammlung Van Cleef & Arpels

Clip Butterfly, 1974. Platin, Gelbgold, Emaille, Diamanten. Sammlung Van Cleef & Arpels.

Clip Butterfly, 1974

Platin, Gelbgold, Emaille, Diamanten

Sammlung Van Cleef & Arpels

Clip Butterfly, 1971. Gelbgold, Holz. Sammlung Van Cleef & Arpels.

Clip Butterfly, 1971

Gelbgold, Holz

Sammlung Van Cleef & Arpels

Brosche Butterfly, 1971. Gelbgold, Weißgold, Malachit, Diamanten. Sammlung Van Cleef & Arpels.

Brosche Butterfly, 1971

Gelbgold, Weißgold, Malachit, Diamanten

Sammlung Van Cleef & Arpels

Lacquered Butterflies: Die Fusion zweier Kulturen

Aus der Begegnung zwischen Schmuck und traditioneller japanischer Kultur entstand eine einzigartige Zusammenarbeit. Nachdem sie in Frankreich aus Gelb- und Weißgold mit Perlmutt und Diamanten gefertigt wurden, werden die Schmetterlinge von Junichi Hakose vorsichtig von Hand mit japanischen Lackier- und Maki-e-Techniken verziert. Jedes der einzigartigen Muster dieser Stücke in limitierter Auflage wird in einer spezifischen Sequenz verschiedener Tenchniken aufgebracht: Von den japanischen Lackarbeiten bis zu den Dekorationen (Maki-e, Raden, Rankaku usw.) nimmt jeder lackierte Schmetterling viel Zeit in Anspruch.

 

Seit 20 Jahren entwickeln sich diese lackierten Schmetterlinge in einem Dialog der zwei Kulturen stetig weiter. Wie Junichi Hakose erklärt: „Europäer fügen in der Regel neue Eigenschaften hinzu, während die Japaner stets versuchen, zu reduzieren oder Dinge wegzulassen. Das Ergebnis dieses Dialogs ist an der Gestaltung der lackierten Schmetterlinge zu sehen. Die japanische Kultur hat zwar einen eigenen Charme, aber ich würde gerne die französische Kultur verstehen und die Kommunikation erleichtern."

Hervorragende Techniken, um Porträts Leben einzuhauchen

Japanische Techniken machten es möglich, den lebendigen Tanz dieses Tiers auf den zarten und feinen Stücken wiederzugeben. Während große und kleine Fragmente von Eierschalen genaustens angeordnet werden müssen, um ein bestimmtes Muster zu formen, erfordert das Auftragen hauchfeiner Linien mit einem winzigen Pinsel äußerste Konzentration und viel Erfahrung. Junichi Hakose meint dazu: „Es war schwer, als ich Handtrommeln und Bälle gemalt habe. Wenn die Linie nicht gespannt genug war, funktionierte es nicht; sie erwachten nicht zum Leben. Um mein Ziel zu erreichen, muss die Linie nicht einfach mit dem Pinsel gezogen sein, sondern sie muss straff sein.“

 

Auch, wenn er Motive mit fein zerkleinerten Wachtel-Eierschalen schöpft, ordnet Herr Hakose die Fragmente, die teils kaum größer sind als ein Staubkorn, geschickt an, um ein Muster zu kreieren. Unter den Stücken, die der japanische Künstler gestaltet, nutzen diese besonders zierlichen Schmetterlinge verschiedene fortschrittliche Techniken, die ihren Oberflächen Dynamik und Vitalität verleihen.

Maki-e: Eine Technik, bei der Muster mit Lack auf die Oberfläche aufgetragen werden. Anschließend wird Goldpulver auf den Schmetterling gestreut und dort fixiert

Maki-e: Eine Technik, bei der Muster mit Lack auf die Oberfläche aufgetragen werden. Anschließend wird Goldpulver auf den Schmetterling gestreut und dort fixiert

Rankaku: Eine Technik, bei der Eierschalen-Intarsien zum Einsatz kommen. Für die Lacquered Butterflies werden Wachteleierschalen verwendet

Rankaku: Eine Technik, bei der Eierschalen-Intarsien zum Einsatz kommen. Für die Lacquered Butterflies werden Wachteleierschalen verwendet

Raden: Bei dieser Technik werden Perlmuttstücke zu Motiven zugeschnitten und in die Oberfläche der Lackarbeit eingesetzt

Raden: Bei dieser Technik werden Perlmuttstücke zu Motiven zugeschnitten und in die Oberfläche der Lackarbeit eingesetzt

Traditionen aus der Begegnung zweier Kulturen

Die französische und japanische Handwerkskunst haben eine Idee gemeinsam: „Objekte, die Schönheit und Funktionalität verbinden“. Wie Schmuckstücke, deren Funkeln sich verstärkt, wenn sie getragen werden, tritt auch die Schönheit der Lackarbeiten richtig hervor, wenn sie verwendet werden. Wie Herr Hakose es formuliert: „Selbst wenn ich ein traditionelles Muster in überlieferten Techniken zeichne, möchte ich etwas Aktuelles schaffen, das in Zukunft lebt. Das bedeutet es, Traditionen weiterzugeben.“ Als solche bieten die lackierten Schmetterlinge, die ersten Schmuckkreationen von Herrn Hakose, eine seltene Gelegenheit für die Kultur eines anderen Landes, die Traditionen Japans anzuregen und eine Suche nach neuen Aspekten zu fördern.

 

Diese lackierten Schmetterlinge, die heute überall auf der Welt herumflattern, zeugen von der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Japan und Frankreich. Sie werden künftig sicher ihre Metamorphose fortsetzen, wobei sie die Traditionen des jeweils anderen stimulieren.

Junichi Hakose, Lacquered Butterflies, Van Cleef & Arpels.

Junichi Hakose

Junichi Hakose ist ein japanischer Lackkünstler aus der Stadt Wajima, Prefektur Ishikawa. Er begann seine Lehre im Jahr 1975 unter der Aufsicht des Meisters der Maki-e-Lackmalerie Masaru Tanaka. Herr Hakose begann nach einer Ausbildungszeit von fünf Jahren selbstständig zu arbeiten. Er beherrscht die Techniken der Lackmalerei, des Maki-e und des Raden und wurde ein Meister der zeitgenössischen Lackkunst mit seiner eigenen Sensibilität.